Counterspy - Testbericht für PSVita

Wenn ein Entwicklerteam den klangvollen Namen Dynamighty trägt und dann noch ein Spiel namens Counterspy entwickelt, dann verspricht das bereits eine Menge Zündstoff. Das exklusive Spionage-Abenteuer erscheint exklusiv als CrossBuy-Titel für die aktuellen PlayStationen-Generationen sowie die PlayStation Vita - das Ganze zum schlappen Preis von unter 15 Euro (nur im PSN-Store verfügbar!). Wir haben mal wieder Kopf und Kragen riskiert, um euch zu verraten, ob das Spiel Zeit und Geld wert ist.


Rettet den Mond

Counterspy setzt sich mit der Thematik des 'Kalten Krieges' auseinander und obwohl es uns während der recht langen Ladepausen mit wahren Fakten versorgt, nimmt sich das Spiel nicht so wahnsinnig ernst. So gehört unser Spion einer neutralen Agentur namens COUNTER an, welche in Erfahrung gebracht hat, dass sowohl die Alliierten als auch die Sowjets an verschiedenen Basis-Stationen Startpläne für den Abschuss von Atomraketen besitzen. Bekommt eine der Parteien die Oberhand, so wird diese unverzüglich mit dem Abschuss von Atomraketen beginnen. Wie bereits erwähnt, verschaukeln die Entwickler von Dynamighty das Szenario etwas. So ist das begehrenswerte Abschussziel unser allseits beliebter Mond und unser Spion ist auch lediglich auserkoren, weil die anderen gerade unpässlich waren.

Nun gut - wir haben verstanden. Wir müssen also die Startpläne beider Parteien aus den Basen stibitzen, sollten dabei möglichst wenig Aufsehen erregen und müssen ebenfalls beachten, dass zwischen beiden Parteien ein Gleichgewicht herrscht. Mit diesem Wissen befinden wir uns nun auf einer Übersichtkarte, wo wir jedes Mal wählen dürfen, von welcher Partei wir eine Basis infiltrieren. Natürlich können wir auch Waffen und Munition kaufen, zumindest bald, wenn wir die nötigen Mittel in den Missionen dafür gefunden haben.


Mission: Alles ist possible

Sobald wir uns in einem der zufallsgenerierten Levels wiederfinden, geht das Infiltrieren ohne große Worte los. Counterspy ist ein klassischer Sidescroller, spielt sich im Wesentlichen also zweidimensional. Im Wesentlichen? Nun, es gibt wenige Ausnahmen, in denen in eine drei-dimensionale Sicht gewechselt wird. Dazu aber später etwas mehr. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, unsere Ziele zu erreichen. Entweder, wir versuchen uns möglichst lautlos ans Ziel zu schleichen oder wir versuchen es auf die rustikale Tour und wenden Gewalt an. Jedes Level endet damit, dass wir das Levelende erreichen, unabhängig davon, ob wir die Raketenstartpläne gefunden haben oder nicht.

Wenn wir uns durch die Levels bewegen, entdecken wir Leitern, Kisten und viele Säulen. Dadurch bietet sich für uns die ideale Gelegenheit, unentdeckt die Handlungen unserer Feinde zu beobachten. Wechseln wir in den Deckungsmodus, so wechselt die 2D-Sicht in 3D um, so dass wir das Geschehen vor uns beobachten können. Je mehr Feinde im Raum sind, desto eher läuft es darauf hinaus, die Ziele aus dem Versteck anzuvisieren und im Anschluss mit einem Kopfschuss nacheinander zu eliminieren. Sobald der erste Schuss gefallen ist, sind alle Soldaten im Raum in Alarmbereitschaft. Wenn also die Möglichkeit besteht, einen Feind von hinten mit einem eleganten Genickbruch zu überfallen, sollte nicht zweimal überlegt werden. Wer in sich den Chuck Norris sieht, kann natürlich die direkte Konfrontation suchen und wahllos drauf los zu ballern, sollte sich aber nicht wundern, wenn er stirbt oder ihm die Munition ausgeht und etwas später draufgeht. Klingt danach, gut überlegte Entscheidungen zu treffen, oder? Nun, in der Regel ist es so, dass der Zufallsgenerator die Levels so kreiert, dass wir keine große Wahl haben. Im ärgerlichsten Fall kann es sein, dass wir direkt zu Beginn ins offene Feuer rennen, weil sich dort mehrere Soldaten befinden und wir keine Möglichkeit sehen, uns zu verschanzen.


Im Prinzip ist dieser Zufallsgenerator Fluch und Segen zugleich. Erfreuen wir uns einerseits an ständig neuen Levels, müssen wir andererseits damit leben, dass dieses Baukastenprinzip regelmäßig ziemlich ähnliche Herausforderungen kreiert, die sowieso immer gleich aussehen und sich ebenso gleich anfühlen. Der Schwierigkeitsgrad hängt zwar in erster Linie davon ab, wieweit wir im Spiel vorangeschritten sind, wird aber durch das zufällige Platzieren der Soldaten, Hauptmänner und Generäle beeinträchtigt. Hauptmänner sind dabei die starken Gegner, während die Generäle sich als Feiglinge entpuppen. Letztere ergeben sich, sobald alle anderen Gegner im Raum ausgeschaltet wurden und wir die Waffe zücken. Dadurch erhöhen wir die sogenannte DEFCON-Stufe.

Nun, die DEFCON (Defense Condition) stellt den Verteidigungszustand dar, welcher sich in fünf Stufen gliedert. Während wir in den Stufen 2 bis 5 unbefristet im Lager des Feindes umherschleichen dürfen, wird bei Stufe 1 direkt die höchste Alarmbereitschaft signalisiert. Die Generäle sind hierbei unsere einzige Möglichkeit, innerhalb des Levels die DEFCON-Stufe zu erhöhen. Alle anderen Aktionen, z.B. gewaltsame Interaktionen mit einem Feind, entdeckt werden durch eine Kamera oder das vergebliche Unterbinden von feindlichen Hilferufen, sorgt dafür, dass sich die DEFCON-Stufe senkt. Sobald sich die DEFCON auf Stufe 1 befindet, verbleiben unserem Spion sechzig Sekunden, um das Levelende zu erreichen. Gelingt uns das nicht, werden die Atomraketen auf den Mond geschossen und wir haben verloren. Wem also etwas an diesem trostlosen, leblosen Mond liegt, der sollte es besser nicht dazu kommen lassen.


Stilsichere Optik

Bereits zu Beginn lockt Counterspy mit einem minimalistischen Comiclook-Intro, welches das Spiel in bester James Bond-Manier eröffnet. Im Spiel selbst bedient sich Counterspy wie so viele Projekte dieser Tage der unity-Engine, begeht damit aber keinen Fehler. Das ganze Treiben ist durchaus stilsicher sowie detailliert und passt wunderbar in das 60er-Jahre-Geschehen, wenngleich die Figuren und Objekte an Polygon-Armut leiden und die mäßigen Animationen eher zweckmäßig, als beeindruckend wirken.
Auch im akustischen Bereich leistet sich Counterspy keine großen Schnitzer. Die Musik bleibt stets im Hintergrund, orientiert sich offensichtlich sehr an der James Bond-Vorlage und setzt in diversen Momenten immer wieder gekonnt ein, ohne sich aufzudrängen. Die Soundklänge sind dagegen ebenfalls eher dem Zweck dienlich, eine Sprachausgabe gibt es hingegen nicht.


Counterspy PSVita-Forum.de Test Fazit
Counterspy ist ein nettes Spiel für zwischendurch - nicht mehr und auch nicht weniger. Für unter 15 Euro bekommen wir einen CrossBuy-Titel, der zunächst eine Menge Spaß entfacht, mit jeder weiteren Mission aufgrund des repetitiven Spielablaufs und Missionsdesign abflacht und nach ca. 3-5 Stunden auch durchgespielt ist. Diejenigen, die in Counterspy ein Splinter Cell oder Metal Gear Solid suchen, sind hier sicher schlecht beraten. Wer hingegen keine allzu großen Erwartungen hat und einen Zeitvertreib für unterwegs sucht, der kann mit dem kurzweiligen, stilsicheren Spionage-Abenteuer nicht viel falsch machen.

Counterspy PS Vita PS4 Logo 6/10


Das hat uns gefallen...
+ stilsicherer 60er-Jahre-Look
+ unkompliziertes Gameplay
+ zufallsgenerierte Levels
+ Cross-Buy-Eigenschaft
und das nicht!
- repetitiver Spielablauf
- Level gleichen sich zu sehr
- teilweise unfaire Passagen
- simple Gegner-KI
- kurze Spieldauer
- gelegentliche Abstürze während der Ladezeiten