Man hört es immer und immer wieder: Die PS Vita verkauft sich aktuell nicht gerade blendend, was durchaus auch am Spieleangebot liegen kann. Wichtige Schlüsseltitel fehlen. Einer dieser Schlüsseltitel ist definitiv Monster Hunter, welches besonders in Japan die Kassen klingeln lässt. Aber natürlich gibt es auch hier im Westen viele Fans dieses Franchises. Umso erfreulicher war es doch, dass Sony uns zum Release der Vita im Jahre 2012 noch einen Monster Hunter Ableger für dieses Jahr versprochen hatte. Was allerdings nun daraus geworden ist, weiß keiner. Dabei ist allen klar, was für ein Potenzial der Titel doch besonders in Japan hat. Demnach ist es auch kein Wunder, dass sich nun auch andere Entwicklerstudios an einem Monster Hunter ähnlichen Action-RPG versuchen. Immerhin hat Capcom, Entwickler von Monster Hunter, das Genre nicht erfunden. Einer dieser Ableger ist Toukiden: The Age of Demons , welches von Omega Force entwickelt und schon vor einiger Zeit in Japan veröffentlicht wurde. Ob das Spiel nun ein Monster Hunter ersetzen kann und wie es überhaupt allgemein abschneidet, erfahrt ihr in diesem Test.


Ausgepackt
Hält man das Spiel in der Hand und betrachtet man das Cover, ist man doch eher wenig beeindruckt. Da muss man ehrlich sagen hat man schon hübschere und buntere Cover gesehen. Zudem verdeckt das USK- und PEGI-Siegel (USK 12) ein Großteil der Fläche. Aber hier hören wir dann auch schon auf, denn schließlich wollen wir ja nicht das Cover, sondern das Spiel an sich bewerten. Drehen wir die Hülle um, erfahren wir etwas mehr zum Spiel. So gibt es neben dem Singleplayer-Modus noch einen Ad-hoc und einen Multiplayermodus für bis zu 4 Spieler. Ebenfalls zu entnehmen ist der Hinweis zur Sprache. Toukiden ist ein japanisches Spiel und demnach sind die Stimmen auch auf Japanisch, da diese nicht synchronisiert wurden. Einzig und allein die Bildschirmtexte wurden ins Englische übersetzt. Die Satzstrukturen sind wenig verschachtelt und der Kontext lässt sich mit einfachem Schulenglisch leicht verstehen.

Guter erster Eindruck: Im Gegensatz zu vielen anderen Vita Spielenn kommt Toukiden mit einer kleinen, sehr hilfreichen Anleitung. Was genau in der Anleitung steht, erfahrt ihr später.


Story
Die Welt, auf der ihr spielt, heißt Nakatsu Kuni, welche schon seit langer Zeit von Slayern geschützt wird. Diese sind dazu da, die Welt vor Bösen Kreaturen, den sogenannten Onis zu beschützen. Nicht umsonst werden die Slayer auch als „Demonentöter“ bezeichnet. Acht Jahre vor der eigentlichen Haupthandlung wird die Welt ins Dunkle gestürzt und die Unterwelt taucht über Portale auf. Durch ein solches Portal schreitet ein großer Dämon hindurch, welcher mit seiner Dämonenarmee das Land in eine Zeit des Unglücks stürzt. Die Slayer kämpften pausenlos sieben Tage lang, konnten die Angreifer aber nicht abwehren. Dieser Konflikte wurde später als „Erwachen“ bekannt.

Im Spiel startet ihr als ein Teil der neuen Generation von Slayern, die es mit nicht enden wollenden dämonischen Kräften zu tun bekommen. Ihr wohnt dabei in Utakata Village, einer der letzten Verteidigungslinien im Krieg zwischen Dämonen und Menschen.


Erstellung des Charakters
An dieser Stelle müssen die Entwickler erneut gelobt werden. Selten habe ich einen so tollen Charaktereditor bei einem mobilen Videospiel gesehen. Die Einstellungsmöglichkeiten sind sehr vielfältig und besonders die verschiedenen Gesichter und Frisuren sind einfach erstklassig gestaltet. Dies ist dann aber auch wieder relativ. Schließlich ist Aussehen auch wieder Geschmackssache. Man muss aber wirklich zugeben, dass man sieht, wie viel Mühe sich die Entwickler beim Charakterdesign doch gegeben haben.

Nachdem ihr euren Charakter erstellt habt, dürft ihr euch noch eine Waffenklasse aussuchen. Dabei spielt es eigentlich keine Rolle, welche Klasse ihr wählt. Im Spielverlauf dürfen auch problemlos Waffen einer anderen Klasse gewählt werden. Auswirkungen hat die Auswahl der Waffenklasse bei der Erstellung des Charakters nur auf das Tutorial, denn in diesem werdet ihr auch mit der ausgewählten Waffe kämpfen.


Tutorial und Steuerung
Nachdem der Charakter erstellt ist, startet ihr im Tutorial, in welchem euch die grundlegende Steuerung beigebracht wird. Diese ist aber häufig so verzwickt und kompliziert, dass man mit der jeweiligen Waffenklasse durchaus Übung braucht, um sie letztendlich perfekt zu meistern. Das Trainieren mit der jeweiligen Waffe hat aber natürlich auch seinen Reiz. Einen sehr positiven Eindruck hinterließ hier die Bedienungsanleitung, in welcher die Tastenkombination zu den einzelnen Waffenklassen grafisch abgebildet ist. Dies erleichtert den Spieleinstieg imens. Des Weiteren werden euch die Funktionen der Mitamas erklärt. Diese sind für das Spiel unheimlich wichtig, denn ohne Mitama ist das eigentliche Kämpfen um einiges schwieriger – aber was ist überhaupt ein Mitama?

Ein Mitama ist ganz allgemein eine von einem Oni verschlungene Seele einer Person. Im Spielverlauf kommt es vor, dass ihr nach der Tötung eines Onis auch einen Mitama befreut, welcher euch seine Kräfte zur Verfügung stellt und so verschiedene Möglichkeiten im Kampf eröffnet. So könnt ihr euch zum Beispiel per Tastendruck heilen. Es gibt verschiedene Klassen von Mitamas, welche eine grundlegende Ausrichtung der Fähigkeiten aufweisen. Eine Mitama der Klasse HLG (Healing – auf deutsch „heilen“) hat z.B. drei Heilfähigkeiten, wohingegen Mitamis einer anderen Klasse nur eine haben. Welche Fähigkeiten die einzelnen Mitamas einer Klasse besitzen, ist ebenfalls erfreulicherweise im Handbuch dargestellt.


Ein Rundgang im Dorf
Ausgangspunkt eures Abenteuers ist das Hauptquartier der Slayers, in welchem ihr Missionen auswählen und starten könnt.


Verlasst ihr das Haus, führt eine breite, steinerne Treppe herunter ins Dorf. Unten angekommen findet ihr die verschiedenen Charaktere des Spiels die am Wegesrand stehen. Häufig muss man mit diesen interagieren um neue Quests freizuschalten und in der Story voranzuschreiten. Am rechten Rand des Dorfes findet ihr Shikimi. Diese eher düster wirkende, junge Dame wertet hauptsächlich eure Mitami auf und schaltet zusätzliche Fähigkeiten frei.


Außerdem findet ihr im Dorf noch den Waffen - und Rüstungsschmied, welcher euch Waffen und Rüstungen herstellt. Dabei benötigt ihr eine festgelegte Anzahl von bestimmten Materialien, die ihr aus Kämpfen mitbringt. Durch Voranschreiten der Story schaltet ihr mehr und mehr Gegner frei und somit steigt auch die Auswahl im Shop.


Lauft ihr ganz nach links im Dorf, findet ihr euer Haus, in welchem ihr eure Frisur, Haarfarbe und Ausrüstung anpassen könnt. Zusätzlich findet ihr noch euer Itemlager und einen Punkt zum Speichern des Spielfortschritts.


Die Kämpfe
Nehmt ihr eine Mission im Hauptquartier der Slayers an, könnt ihr noch häufig zusätzlich zwischen verschiedenen Begleitern wählen. Diese werden von der KI gesteuert und unterstützen euch im Kampf. Erwähnenswert ist, dass die zusätzlichen Charaktere recht klug agieren und in Kämpfen eine große Hilfe sind. Im weiteren Spielverlauf lernt ihr neue Slayer kennen und könnt diese dann entsprechend auch als Begleiter auswählen. Sobald ihr ein Quest ausgewählt habt, könnt ihr mit einem Tastendruck den Kampf starten und landet dann in dem jeweiligen Gebiet, in welchem der Kampf stattfindet. Die einzelnen Spielgebiete sind nochmal in kleinere Areale zergliedert. Sobald ihr den Feind gefunden habt, beginnt der Kampf.

Die primäre Strategie in Kämpfen ist es zuerst die Schwachpunkte des Onis anzugreifen. Häufig sind dies Arme, Beine und z.B. Hörner. Dies variiert aber je nachdem gegen welches Monster man kämpft. Habt ihr genug Schaden auf z.B. einen Arm des Onis gemacht, wird dieser abgetrennt. Mit einem Tastendruck könnt ihr dann den abgetrennten Arm einsammeln und die Materialien für neue Rüstungen und Waffen verwenden. Die abgetrennten Körperteile des Onis tauchen aber als gebündelte Energieform wieder auf. Allerdings sind die Bewegungen des Monsters eingeschränkt. Trennt ihr z.B. die Beine ab, kann der Oni trotz nachgebildeter Beine nicht mehr einwandfrei laufen und fällt häufig nach einer Attacke zu Boden. So schwächt ihr das Monster imens und nach weiteren Angriffen eurerseits stirbt dieses.

Im Allgemeinen macht das Jagen der Monster sehr großen Spaß, bietet allerdings auch sehr wenig Abwechslung. Beispielsweise musste das Monster „Manhunter“ im Storymodus mindestens 5x erledigt werden, um weiter in der Story voranzuschreiten und das jeweilige Kapitel abzuschließen. Auch wenn der Kampf jedes Mal auf einer anderen Karte stattfindet, fehlt auf Dauer die Abwechslung. Es macht Sinn abwechselnd im Story- , sowie im Online-Modus zu spielen, um sich selbst Abwechslung zu schaffen.


Der Online-Modus
In Toukiden gibt es neben der eigentlichen Kampagne noch zusätzliche Kapitel zu absolvieren, welche im Multiplayer-Modus vorhanden sind. Demnach fehlen auch die Storyelemente. In diesen zusätzlichen Kapiteln könnt ihr gemeinsam mit bis zu 3 weiteren Mitspielern die Dämonen im Online-Multiplayermodus oder im Ad-hoc-Modus auslöschen. Während dem Spielen im Online-Modus gab es keinerlei technische Schwierigkeiten. Dies hängt allerdings auch von der Internetverbindung der weiteren Teilnehmer ab. Seitens der Server funktioniert aber alles einwandfrei, ohne jegliche Verzögerungen oder sonstiges.

Wichtig: Der Multiplayermodus funktioniert nicht, wenn eure PS-Vita im Nat-Typ 3 funkt. Wie ihr auf den Nat-Typ 2 umstellen könnt, erfahrt ihr hier.


Grafik und Sound
Als eines der wenigen Spiele für die PS Vita unterstützt Toukiden die volle Auflösung des Bildschirms. Nicht nur deshalb, sondern auch weil sich die Entwickler sichtbar Mühe gegeben haben, ist die Grafikqualität sehr gut und mit nur wenigen anderen Spielen zu vergleichen. Das Design der verschiedenen Spielkarten ist äußerst abwechslungsreich und ansprechend. Das Charakterdesign ist ebenfalls außergewöhnlich gut. Die Rüstungen, Köpfe und Monster sind sehr detailliert gestaltet. Und trotz der guten Grafikqualität bleibt die Framerate stabil.


Auch der Sound macht einen sehr guten Eindruck. Angefangen bei den einzelnen Soundeffekten bis hin zu den abgespielten Musiktiteln gibt es hier nichts zu bemängeln. Hervorgehoben werden können noch die Musiktitel, die hervorragend zum Setting passen und für eine einzigartige Spielatmosphäre sorgen.


Toukiden: The Age of Demons PSVita-Forum.de Test Fazit
Toukiden: The Age of Demons ist ein hervorragendes Videospiel und kann durchaus mit dem Konkurrenten Monster Hunter mithalten. Die gute Grafikqualität und das äußerst ansprechende Gameplay machen es zu einem der besten Spiele seines Genres, auch wenn anfangs die Abwechslung fehlt. In Kombination mit der sehr gut komponierten Musik entsteht eine einzigartige Spielatmosphäre. Des Weiteren ist der erleichterte Spieleinstieg besonders für Neulinge interessant. Das heißt aber noch lange nicht, das Toukiden auch ein einfaches Spiel ist. Der Schwierigkeitsgrad steigt in einem gut gewählten Maße stetig an, sodass immer für Spielspaß gesorgt ist.
Toukiden: The Age of Demons PS Vita PS4 Logo 9/10

Das hat uns gefallen...
+ Süchtig machendes Gameplay
+ Gute Grafik- und Soundqualität
+ Einzigartige Spieleatmosphäre
+ Leichter Spieleinstieg
+ Fordernde Kämpfe
und das nicht!
- Anfangs wenig Abwechslung
- kleinere, technische Einschränkungen im Multiplayermodus