Als die Angry Birds Trilogie für schlappe 40€ im PlayStation Store erschienen ist, brach Empörung unter Anhängern der PS Vita aus. Ein vermeintliches Handyspiel kann doch nicht so teuer sein? Wenig später wurde noch einer draufgesetzt: Für den Vita-Ableger von Angry Birds Star Wars werden tatsächlich satte 30€ verlangt. Ob das Geschicklichkeitsspiel den hohen Preis trotz des Vorurteils als „Minigame“ rechtfertigen kann, erfahrt ihr im Review.



Möge die Macht mit euch sein!

Story? Einfach zocken!
Im Prinzip spielt die Story bei Angry Birds keine Rolle. Zwar ist obligatorisch eine in kleinen Comic-Abschnitten erzählte Hintergrundhandlung vorhanden, die an die Star Wars-Geschichte angelehnt ist, jedoch ist sie nicht interessant, sondern wird einfach weggeklickt. Grundsätzlich kennt sowieso jeder die ewige Rivalität zwischen Schweinen und die Vögeln, die nun eben im Star Wars-Gewand verarbeitet wurde. Viel wichtiger ist hier wohl das Gameplay: Angry Birds Star Wars bietet satte 227 Levels, darunter einige exklusive Herausforderungen für die PlayStation-Systeme. Auf acht verschiedenen Planeten, also Spielabschnitten, die 20 bis 60 Levels beinhalten, kann man sich auf die Jagd nach knapp 700 Sternen machen und auf Highscore-Jagd gehen. Außerdem gibt es einen lokalen Mehrspielermodus, bei dem bis zu vier Spieler in mehreren Spielmodi gegeneinander antreten können. Hier versuchen die Teilnehmer zum Beispiel den höchsten Punktestand zu erreichen und in verschiedenen Kategorien vergibt das Spiel zudem Extrapunkte. Einen Online-Modus sucht man allerdings leider vergeblich. Wem das alles noch nicht reicht, der kann sich auch auf die Jagd nach etlichen freischaltbaren Stickern und Boni machen, wie verschiedenen Artworks und Trailern. Die Sticker können wiederum als Avatare im Multiplayer benutzt werden. Das alles täuscht allerdings nicht darüber hinweg, dass man ständig ein und demselben Spielprinzip nachgeht und das kann mit der Zeit öde werden. Angry Birds ist eben nicht für längere Spielsitzungen geeignet, sondern eher für Zwischendurch.



Fast jeden Level kann man mit nur einem Vogel abschließen

Das Level-Design ist dabei sehr gelungen. Zum einen gibt es Spielabschnitte, die auf einem Planeten mit normaler Anziehungskraft stattfinden. Die verschiedenen Hintergründe sorgen für Abwechslung, so spielt man mal in der Wüste, in der Stadt oder im Dschungel. Zum anderen bietet das Spiel Level, die sich in der Planetenumlaufbahn abspielen, und die geschicktes Nutzen der separaten Anziehungskräfte verschiedener Planeten fordern. Hier verlangt der Titel einiges ab, und manchmal ist es erst der dritte Gedanke, der letztendlich zum Erfolg führt.

Um überhaupt drei Sterne in einem Level zu erhalten, muss man weniger Vögel verwenden, als vorhanden. Wenn man drei Vögel zur Verfügung hat, so kann man davon ausgehen, dass der Level mit einem zu lösen ist. Für die Zerstörung der Schweine und Level-Elemente. Für übrige Schusskörper gibt es nach Abschluss der Stufe nochmal einen kräftigen Bonus. Kleine Helfer wie Dynamit sind dabei im Level verteilt und machen drei Sterne meist überhaupt erst möglich.


Besonders knackig sind die Levels im Weltall.


Die unterschiedlichen Vögel bringen noch mehr Taktik in das Spiel: Der Standartvogel ist rot und kann ein Laserschwert schwingen, mit dem Hindernisse zerschmettert werden können. Dazu gesellen sich viele andere Typen von Hühnern, der gelbe Vogel kann drei Laserstrahlen abfeuert, mit denen sich zum Beispiel gezielt Dynamit auslösen lässt. Ein anderer Vertreter der Rasse kann vor dem Aufprall eine Schubwelle abgeben. Diese Fähigkeiten werden manchmal aber aus Versehen zu früh ausgelöst, weil die Steuerung leider nicht optimal ist.

Die vielfältigen Steuerungsmacken der PS Vita
Auf Sonys Handheld werden drei verschiedene Steuerungsmöglichkeiten geboten, so kann man per Touchscreen, Touchpad oder mit den Tasten der PS Vita steuern. Am besten macht sich hier der vordere Touchscreen. Das Touchpad auf der Rückseite der PS Vita zum Abfeuern der Vögel zu nutzen, ist zwar eine nette Idee, allerdings schlicht und ergreifend zu ungewöhnlich, um locker von der Hand zu gehen. Bliebe noch als Alternative die Tastensteuerung, wo die Schussbahn mit dem Analogstick festgelegt wird. Leider ist diese Variante überempfindlich, sodass es kaum möglich ist, genau mit dem Stick zu zielen. Von den drei Möglichkeiten kann man sich die für sich selbst am besten geeignete außerdem nicht mal wirklich aussuchen – stattdessen sind zu jeder Zeit alle Varianten aktiviert. Dadurch kommt es häufig vor, dass man aus Versehen einen Vogel verschießt oder eine Fähigkeit zu früh auslöst. Erschwerend kommen die sturen Kamerabewegungen hinzu, die hin und wieder dafür sorgen, dass die Flugbahn verfälscht wird. Beim anderen Serienableger Angry Birds Trilogie war die Steuerung noch deutlich besser gelungen, da kommt die Frage auf, warum man sie nicht so übernommen hat.


Die Umgebungen sind sehr abwechslungsreich.


Auch die Grafik ist gelungen
Die PS Vita bietet eine gute Hardware und hat keine Probleme damit, einige Effekte abzubilden, die es zum Beispiel in der Handyversion nicht gibt. Das Spiel ist grafisch durchaus gelungen, die Flächen sind farblich gut anzusehen, und beim Rein- und Rauszoomen verschiebt sich der Hintergrund sehr ansehnlich. Die volle Auflösung der PS Vita wird hier ausgenutzt, allerdings scheint diese immer noch nicht hoch genug zu sein. Kantenflimmern hier und da trübt den ansonsten positiven Eindruck. Dieses Problem haben Handys mit Full-HD-Auflösung nicht. Sound-technisch sticht der Titel kaum aus der Masse hervor. Zwar sorgt die Star Wars-Musik durchaus für Atmosphäre, trotzdem kann man den Ton gewiss runterdrehen, da die restlichen Geräusche im Spiel nur biederer Durchschnitt sind.

Bleibt noch die Frage, ob sich die 30€ für das Spiel lohnen. Nun, da man für 30€ noch bessere Spiele für PS Vita bekommt, und das Spiel auch wesentlich günstiger auf dem Handy spielen kann, kann ich euch nur raten, auf ein gutes Angebot zu warten und dann zuzuschlagen, denn ein gutes Spiel ist es auf jeden Fall.

Angry Birds: Star Wars PSVita-Forum.de Test Fazit
Der ewige Kampf zwischen Vögeln und Schweinen macht auf der PS Vita dank großem Umfang einen guten Eindruck und schwächelt lediglich bei der Steuerung, die zwar viele Varianten bietet, aber dennoch nicht überzeugen kann. Trotz der belanglosen Story macht das zeitlose Spielprinzip für kurze Spielsitzungen großen Spaß. Die exklusiven Inhalte können einen im Vergleich zur Handy-Version solch hohen Preis aber letztendlich nicht rechtfertigen.
Angry Birds: Star Wars PS Vita PS4 Logo 7/10

Das hat uns gefallen...
+ Lokaler Mehrspielermodus...
+ Spaßiges Spielprinzip
+ Große Auswahl an Levels
+ Viele Extras zum Freischalten
+ Exklusive Inhalte
+ Abwechslungsreiche Umgebungen
+ An sich gute Grafik
und das nicht!
- ...aber kein Online-Multiplayer
- Grundlegend immer das selbe Gameplay
- Kantenflimmern
- Hoher Preis