Rayman Origins war im Februar 2012 einer der großen Launch-Titel für PlayStation Vita. Das Spiel wurde auf allen Konsolen in den Himmel gelobt und gefeiert, die PS Vita Version blieb da keine Ausnahme. Ubisoft schaffte es damals Rayman wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen - in typischer 2D Manier mit hervorragender Grafik, tollen Animationen, einem bombastischem Soundtrack und großartigem Gameplay. Ob der Nachfolger, der ursprünglich exklusiv für Nintendos Wii U gedacht war - und auch entsprechende Gameplay Elemente beinhaltet - an den Erfolg seines Vorgängers anknüpfen kann und im selben Maße zu überzeugen weiß, verrät der folgende Test.


Mittel zum Zweck
Ein ganzes Jahrhundert haben unsere Protagonisten - darunter neben dem obligatorischen Rayman auch Globox, Murfy und seine Freunde - nichts weiter getan, als geschlafen. Während dieser Zeit hat sich in der Fantasiewelt aber so einiges getan: Ein gutes Dutzend böser Dämonen, schrecklicher und bösartiger als je zuvor, haben die Lichtung der Träume erobert. So viel zur Story, mehr gibt es nämlich nicht zu erzählen. Nachdem unsere Helden durch eine Berührung des Touchscreens geweckt wurden, geht es nämlich gleich zur Sache. Nun liegt die Story bei dem Genre des Jump 'n Runs nicht unbedingt weit vorne in der Liste der wichtigsten Bestandteile. Man erinnere sich an etwaige Mario Klassiker, wo sich die Geschichte in einem halben Satz beschrieben ließ. So bleibt die Story von Rayman Legends ein Mittel zum Zweck, was aber auch gut so ist.


Springen und Rennen und Spaß haben
In Rayman Legends findet sich der Spieler in einer großen Bildergalerie wieder, in welcher die verschiedenen Abschnitte erkundbar sind. Jeder Abschnitt enthält dabei allerlei Level, die eine ganze Weile zu beschäftigen wissen. Neu dazugekommen sind gegenüber dem Vorgänger auf der einen Seiten Level, in denen man via Touchscreen die Kontrolle über die fliegende Fliege Murphy übernimmt, auf der anderen Seite gibt es nun auch Level, in denen man rhythmisch zur Musik springen muss, um sicher zum Ende zu gelangen. Letzteres ist unheimlich spaßig und beeindruckend, wenn auch teilweise zum Wohle der Zielgruppe vom Schwierigkeitsgrad her etwas heruntergeschraubt.


Murphy Passagen haben wir dem neuartigen Touchpad-Controller der Wii U zu verdanken. Was auf Xbox 360 und PS3 zur Qual wird funktioniert auf der PS Vita dank Touchscreen glücklicherweise ziemlich gut. Trotzdem wirken etwaige Level etwas unnötig und der Eindruck macht sich breit, diese seien nur integriert, um die Möglichkeiten der Wii U zu demonstrieren. Wirklich spaßig sind diese Abschnitte im Vergleich zu den gewohnten Jump 'n Run Levels nicht. Sie lockern aber das Geschehen insgesamt etwas auf und sind zu unserem Glück auch nicht in unertragbar großem Umfang vorhanden.


In den Standard Levels gilt es jeweils 10 versteckte "Kleinlinge" zu finden. Dies wiederum ist wie schon aus dem Vorgänger bekannt nicht besonders einfach, doch nach einer gewissen Zeit bekommt man ein Gespür dafür, wie die Entwickler denken und man findet automatisch mehr. Zwei von den Kleinlingen sind wie bei Rayman Origins in kleinen Mini-Levels innerhalb eines Levels versteckt. Diese bedienen sich leider zum Teil unnötigen Bewegungsspielereien, die oft nicht so funktionieren, wie sie gedacht sind. Das nervt, klappt aber nach ein paar Versuchen auch. Versuche hat man wieder unendlich viele pro Level, was Frustmomente ebenso wie großartige Herausforderungen vermeidet. Diese beiden Aspekte finden wir aber in den Zeitleveln wieder, welche für die PS Vita Version via Patch von Ubisoft nachgeliefert kamen: Wer stirbt, darf von vorne beginnen. So gehört sich das!


Am Ende eines jeden Levels wird abgerechnet. Grundsätzlich gilt: Je mehr, desto besser. Neben den bereits erwähnten Kleinlingen lassen sich auch wieder ordentlich Lums sammeln. Hat man von letzterem genug, erhält man hübsche Medaillen. Neu hinzugekommen sind sogenannte Glückslose, die man für bestandene Level und Abschnitte erhält. Mit Glückslosen lassen sich neben Lums, die auch benötigt werden um neue Level und Abschnitte freizuschalten, Kuscheltiere, welche Lums generieren und bis zu 40 Level aus dem Vorgänger Rayman Origins freirubbeln. So hat man mit Rayman Legends fast 2 Spiele in einem und selbst wer die bekannten Level schon im Vorgänger gespielt hat, wird in diesen die eine oder andere Neuerung antreffen.


Neben den Haupt- und Zeitspielen gibt es noch mehr zu tun in Rayman Legends: Challenges lassen uns online gegen andere Spieler in verschiedenen Disziplinen wie z.B. Schnelligkeit, Genauigkeit und Geschicklichkeit antreten. Täglich bietet der Online-Vergleich neue Herausforderungen. Zusätzlich gibt es auch noch Murfy's Herausforderungen, in denen lediglich vom Touchscreen der Vita Gebrauch gemacht wird. Um das Gesamtpaket ordentlich abzurunden gibt es noch einen kleinen Multiplayer Gag, in dem man Fußball gegen Freunde spielen kann. Das geht allerdings leider nicht online.


Ein wahres Kunstwerk
Rayman Origins wusste trotz einer brillianten Optik stets flüssig zu laufen. Beim Nachfolger wurde die Grafik weiter angepasst und um einen minimalen 3D-Look erweitert. Bei Bosskämpfen, von denen wir im Spiel einige vorfinden, wurden die Gegner tatsächlich in 3D modelliert und animiert. Das sieht sehr cool aus, zerstört aber ein Stück weit das nahtlose 2D Feeling. Insgesamt könnte die Grafik für ein Jump 'n Run aber wohl kaum besser sein - grandios! Das trifft auch auf den Soundtrack zu: Bei Origins haben sich die Komponisten und Produzenten selbst übertroffen - bei Legends übertreffen sie das bereits übertroffene. Selten hört man in Videospielen einen solch witzigen und wohldurchdachten, gut arrangierten Soundtrack. Mit Sound macht das Spiel gleich doppelt so viel Spaß! Insbesondere was die rhythmischen Musik-Level anbelangt hat man sich ordentlich ins Zeug gelegt bekannte Werke wie bspw. Eye Of The Tiger in wohliger Rayman Manier anzupassen.


Rayman Legends PSVita-Forum.de Test Fazit
Darf man über den Misserfolg der Wii U glücklich sein? In diesem Falle: Ja! Denn ohne den ausgebliebenen Erfolg hätten wir Rayman Legends wohl nie auf einer anderen Konsole zu Gesicht bekommen. Dieser glückliche Umstand ist gleichermaßen aber auch der einzige Kritikpunkt am Spiel, denn der eigentlich durch bombastische Grafik, spaßiges Gameplay und imposant witzige Musik glänzende Gesamteindruck des Spiels wird lediglich durch die teils aufgezwungen wirkenden Wii U Gameplay-Elemente negativ beeinflusst. Glücklicherweise ähnelt die PS Vita dem Controller der Wii U noch am meisten, was die Action auf unserem Handheld fast ohne Kompromisse ablaufen lässt. Als Jump 'n Run Fan darf man diesen Titel nicht verpasst haben! Rayman Legends ist ein weiterer Beweis dafür, dass Platformer nach wie vor mehr Spaß machen können, als so manch großer 3D Blockbuster.
Rayman Legends PS Vita PS4 Logo 9/10


Das hat uns gefallen...
+ Wunderschöne Grafik
+ Spaßiges Gameplay, ...
+ Coole, rhythmische Musik Level, ...
+ Bombastisch witziger Soundtrack
+ Spiel passt perfekt zur PS Vita
+ Großer Umfang
+ Kreatives Design und tolle Ideen
und das nicht!
- Erneut kein richtiger online Multiplayer
- ... mit teils unnötig nervenden Wii U-Elementen
- ... welche aber inkl. Checkpoints zu einfach ausfallen